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Verkehrslärm stört nicht nur, sondern macht auch krank: Die Folgen sind Schlafstörungen, Hörschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen. Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 160 Mio. Menschen in Europa regelmäßig einem Straßenverkehrslärm von mehr als 55 dB(A) ausgesetzt. Dies ist die Grenze, ab der die Weltgesundheitsorganisation WHO von einem ernsten Risiko für die Gesundheit spricht. In Deutschland müssen laut Umweltbundesamt rund 13 Mio. Menschen bei diesem bzw. noch höheren Lärmpegeln arbeiten oder wohnen. Eine niederländische Studie hat ergeben, dass rund 240.000 Menschen in Europa als Folge zu lauten Verkehrs Herz-Kreislauferkrankungen erleiden, etwa 50.000 sterben vorzeitig. Nach der Luftverschmutzung stellt Lärm hinsichtlich der Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung die zweitgrößte Gefahr dar.

Auch für Hildesheim gibt es konkrete Werte zur Belastung durch Verkehrslärm, denn 2012 hat die Stadt Hildesheim eine Lärmkartierung für die gesamte Stadt durchgeführt (Quelle: http://hildesheim.de/staticsite/staticsite.php?menuid=2044&topmenu=3 ). Damit ist auch die Lärmbelastung für die Marienburger Straße bekannt. So waren gemäß dieser Lärmkartierung schon 2012 ca. 1.000 Personen im Bereich der Marienburger Straße tagsüber einem Lärmindex von >55 dB(A) ausgesetzt, davon ca. 300 sogar von >65 dB(A)! Nachts, wenn die Gesundheit der Anwohner noch empfindlicher auf Lärm reagiert und deshalb bereits Lärmemissionen von >45 dB(A) als Gesundheitsbelastung angesehen werden, waren ebenfalls ca. 1.000 Anwohner einem Lärmindex von >45 dB(A) ausgesetzt, davon wiederum ca. 300 von >55 dB(A).

Da seit 2012 weitere Wohngebiete in Itzum und in den südlich an Hildesheim angrenzenden Orten erschlossen wurden und sich insbesondere die Anzahl der Studierenden an der Uni Hildesheim deutlich erhöht hat, dürfte sich das Verkehrsaufkommen und damit der Verkehrslärm sowie die Anzahl Lärmbetroffener Personen noch weiter spürbar erhöht haben!

Kämen zukünftig noch 500 – 600 Wohneinheiten auf dem Wasserkamp hinzu, ist mit zusätzlichen 1.500 bis 2.000 Fahrten durch die Marienburger Straße zu rechnen! Das Leben an der Marienburger Straße würde also noch unerträglicher! Dies ist den Anwohnern nicht zuzumuten!

Der Wasserkamp deshalb auch aus Gründen des Verkehrslärms nicht bebaut werden!

Am 19.Oktober 2014 konnte man auf der Website der Hildesheimer Ratsfraktion der Grünen folgendes lesen:

Ulrich Räbiger auf  Facebook-Chronik: „Da die dunkler werdenden Tage gerne zum Anlass genommen werden, um Spekulatius und Spekulationen unter die Menschen zu bringen, hier eine kurze Stellungnahme zum HAZ Artikel von heute zum Thema Bebauung Wasserkamp: Solange es eine Mehrheitsgruppe mit grüner Beteiligung im Rat gibt wird es eine Wohn- oder Gewerbebebauung des Wasserkamps nicht geben.“

Das freut uns natürlich, dass Herr Räbiger das genauso sieht wie wir! Hoffentlich erinnert er sich auch drei Jahre später noch an sein Versprechen von 2014.

Die "Frage des Tages" hatte am 23.3.17 den Wasserkamp zum Thema.

Auch hier konnte man wieder schön sehen: Die Mehrheit der Bürger ist gegen ein Bebauung:

Quelle: http://galerie.hildesheimer-allgemeine.de/displayimage.php?album=951&pos=575

 

Wir setzen uns weiterhin für den Wasserkamp ein!

Wasserkamp und Drachenwiese grenzen direkt an ein Schutzgebiet von europäischem Rang an! Es handelt sich um das FFH-Gebiet Nr. 382 „Beuster“.

FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Bestandteile des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000") sind naturschutzrechtlich besonders streng geschützt. Teil dieses FFH-Gebiets ist das Naturschutzgebiet (NSG) „Am roten Steine“, dieses dient u.a. der Sicherung des FFH-Gebiets „Beuster“.

Bei Vorhaben, wie z.B. der Ausweisung neuer Wohngebiete, welche erhebliche Beeinträchtigungen eines FFH-Gebietes bewirken können, ist gemäß § 34 Bundesnaturschutzgesetz eine so genannte FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Diese Prüfung kann zur Unzulässigkeit des Vorhabens führen, ansonsten zu einem Ausnahmeverfahren mit so genannten kohärenzsichernden Maßnahmen (die Kohärenz des Europäischen Netzes muss gesichert werden).

Ein Neubaugebiet auf dem Wasserkamp in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet würde sich auf jeden Fall so auswirken, dass die neuen Anwohner das NSG "Am roten Steine" als Grünfläche nutzen, d.h. u.a. darin herumlaufen (auch abseits des einen zulässigen Trampelpfads) und auch Ihre Hunde dort "Gassi führen" würden. Die Exkremente von geschätzt etwa 100 Hunden und weiteren 100 Katzen (bei 500 -600 Wohneinheiten) würden auf Dauer eine erhebliche Nährstoffanreicherung bewirken und damit die geschützten FFH-Lebensraumtypen "6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien" sowie  "6510 Magere Flachlandmähwiesen" durch Eutrophierung schädigen.

In den "Vollzugshinweisen" des Landes Niedersachsen heißt es zum Schutz des Lebensraumtyps 6210: "Vorrangig sind Maßnahmen zur Abwehr bzw. Vermeidung der genannten und sonstigen möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen. Dazu gehören: Keine Aufforstung, keine Umwandlung in gedüngtes Grünland (Vermeidung von Stickstoffeinträgen), kein Rohstoffabbau und eine Begrenzung der Trittbelastung durch Freizeitaktivitäten auf den Flächen."

Die unmittelbare Nachbarschaft eines Wohngebiets auf dem Wasserkamp und des FFH- und Naturschutzgebiets sind also sehr problematisch. Wir sehen nicht, wie die Stadt das häufige Freilaufenlassen von Hunden und das Umherstreifen von Katzen und die damit verbundene Beunruhigung bzw. Beeinträchtigung des Gebiets mit den dort lebenden Tierarten faktisch verhindern könnte.

Zum Schutz des FFH-Gebiets „Beuster“ und des Naturschutzgebiets „Am roten Steine“ dürfen also Wasserkamp und Drachenwiese auf keinen Fall bebaut werden!

Hinweis: Die Schutzgebietsverordnung für das NSG "Am Roten Steine" und weitere Dokumente über das NSG können auf der folgenden Homepage https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-am-roten-steine-42438.html heruntergeladen werden.

 

Der Stadt Hildesheim ist der Wert des Wasserkamps für Naherholung, Natur und Landschaft sehr wohl bewusst. Denn im Landschaftsrahmenplan (LRP) der Stadt, welcher erst 2015 erarbeitet und veröffentlicht wurde (http://hildesheim.de/staticsite/staticsite.php?menuid=2452&topmenu=3), ist der Wasserkamp im Zielkonzept (Tabelle 4.4.1, Gebietsnummer 91 im LRP) wortwörtlich wie folgt charakterisiert:
„Kleinteilige, reich strukturierte Feldflur im Siedlungsrandbereich auf Böden mit hoher Grundwasserneubildungsrate und geringer N-Auswaschung sowie hoher Erosionsgefährdung, teilweise Entwicklungsfläche für den Biotopverbund der Weidelandschaft.“

Und die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Wasserkamps sind im LRP wie folgt festgelegt:
„Boden- und gewässerschonende, der Erosionsgefährdung angepasste Bewirtschaftung; kleinteilige Nutzung sowie Erhöhung der Strukturvielfalt durch Anreicherung mit vernetzenden typischen Strukturelementen der Kulturlandschaft (wie Säumen, Feldhecken und -gehölzen, Obstbaumalleen, Obstwiesen, Ackerrainen); Erhalt und Entwicklung des Grünlandanteils und von Dauervegetation; östl. des NSG "Am roten Steine" Gestaltung einer breiten Pufferzone mit Wanderweg (Vermeidung des Düngereintrages von oberhalb gelegenen Ackerflächen sowie zur Verringerung des Erholungsdrucks im NSG)“.

Eine Bebauung des Wasserkamps würde also sogar den eigenen Zielen der Stadt Hildesheim aus ihrem Landschaftsrahmenplan diametral widersprechen! Eine Bebauung des Wasserkamps dürfte also auch wegen der eigenen Landschaftsrahmenplanung der Stadt Hildesheim nicht erfolgen.