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Die "Frage des Tages" hatte am 23.3.17 den Wasserkamp zum Thema.

Auch hier konnte man wieder schön sehen: Die Mehrheit der Bürger ist gegen ein Bebauung:

Quelle: http://galerie.hildesheimer-allgemeine.de/displayimage.php?album=951&pos=575

 

Wir setzen uns weiterhin für den Wasserkamp ein!

Wasserkamp und Drachenwiese grenzen direkt an ein Schutzgebiet von europäischem Rang an! Es handelt sich um das FFH-Gebiet Nr. 382 „Beuster“.

FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Bestandteile des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000") sind naturschutzrechtlich besonders streng geschützt. Teil dieses FFH-Gebiets ist das Naturschutzgebiet (NSG) „Am roten Steine“, dieses dient u.a. der Sicherung des FFH-Gebiets „Beuster“.

Bei Vorhaben, wie z.B. der Ausweisung neuer Wohngebiete, welche erhebliche Beeinträchtigungen eines FFH-Gebietes bewirken können, ist gemäß § 34 Bundesnaturschutzgesetz eine so genannte FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Diese Prüfung kann zur Unzulässigkeit des Vorhabens führen, ansonsten zu einem Ausnahmeverfahren mit so genannten kohärenzsichernden Maßnahmen (die Kohärenz des Europäischen Netzes muss gesichert werden).

Ein Neubaugebiet auf dem Wasserkamp in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet würde sich auf jeden Fall so auswirken, dass die neuen Anwohner das NSG "Am roten Steine" als Grünfläche nutzen, d.h. u.a. darin herumlaufen (auch abseits des einen zulässigen Trampelpfads) und auch Ihre Hunde dort "Gassi führen" würden. Die Exkremente von geschätzt etwa 100 Hunden und weiteren 100 Katzen (bei 500 -600 Wohneinheiten) würden auf Dauer eine erhebliche Nährstoffanreicherung bewirken und damit die geschützten FFH-Lebensraumtypen "6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien" sowie  "6510 Magere Flachlandmähwiesen" durch Eutrophierung schädigen.

In den "Vollzugshinweisen" des Landes Niedersachsen heißt es zum Schutz des Lebensraumtyps 6210: "Vorrangig sind Maßnahmen zur Abwehr bzw. Vermeidung der genannten und sonstigen möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen. Dazu gehören: Keine Aufforstung, keine Umwandlung in gedüngtes Grünland (Vermeidung von Stickstoffeinträgen), kein Rohstoffabbau und eine Begrenzung der Trittbelastung durch Freizeitaktivitäten auf den Flächen."

Die unmittelbare Nachbarschaft eines Wohngebiets auf dem Wasserkamp und des FFH- und Naturschutzgebiets sind also sehr problematisch. Wir sehen nicht, wie die Stadt das häufige Freilaufenlassen von Hunden und das Umherstreifen von Katzen und die damit verbundene Beunruhigung bzw. Beeinträchtigung des Gebiets mit den dort lebenden Tierarten faktisch verhindern könnte.

Zum Schutz des FFH-Gebiets „Beuster“ und des Naturschutzgebiets „Am roten Steine“ dürfen also Wasserkamp und Drachenwiese auf keinen Fall bebaut werden!

Hinweis: Die Schutzgebietsverordnung für das NSG "Am Roten Steine" und weitere Dokumente über das NSG können auf der folgenden Homepage https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-am-roten-steine-42438.html heruntergeladen werden.

 

Der Stadt Hildesheim ist der Wert des Wasserkamps für Naherholung, Natur und Landschaft sehr wohl bewusst. Denn im Landschaftsrahmenplan (LRP) der Stadt, welcher erst 2015 erarbeitet und veröffentlicht wurde (http://hildesheim.de/staticsite/staticsite.php?menuid=2452&topmenu=3), ist der Wasserkamp im Zielkonzept (Tabelle 4.4.1, Gebietsnummer 91 im LRP) wortwörtlich wie folgt charakterisiert:
„Kleinteilige, reich strukturierte Feldflur im Siedlungsrandbereich auf Böden mit hoher Grundwasserneubildungsrate und geringer N-Auswaschung sowie hoher Erosionsgefährdung, teilweise Entwicklungsfläche für den Biotopverbund der Weidelandschaft.“

Und die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Wasserkamps sind im LRP wie folgt festgelegt:
„Boden- und gewässerschonende, der Erosionsgefährdung angepasste Bewirtschaftung; kleinteilige Nutzung sowie Erhöhung der Strukturvielfalt durch Anreicherung mit vernetzenden typischen Strukturelementen der Kulturlandschaft (wie Säumen, Feldhecken und -gehölzen, Obstbaumalleen, Obstwiesen, Ackerrainen); Erhalt und Entwicklung des Grünlandanteils und von Dauervegetation; östl. des NSG "Am roten Steine" Gestaltung einer breiten Pufferzone mit Wanderweg (Vermeidung des Düngereintrages von oberhalb gelegenen Ackerflächen sowie zur Verringerung des Erholungsdrucks im NSG)“.

Eine Bebauung des Wasserkamps würde also sogar den eigenen Zielen der Stadt Hildesheim aus ihrem Landschaftsrahmenplan diametral widersprechen! Eine Bebauung des Wasserkamps dürfte also auch wegen der eigenen Landschaftsrahmenplanung der Stadt Hildesheim nicht erfolgen.

 

Seit dem 12. März ist es soweit: Die Petition auf openpetition.de ist online!

Openpetition ist eine "Plattform für Bürgerinitiativen, Petitionen, Kampagnen" (Eigenbezeichnung), die seit Juli 2012 Menschen unterstützt, ihre Anliegen im großen und im kleinen in die Politik zu tragen.

Unsere Petition findet sich unter dem folgenden Link:

https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-bebauung-der-drachenwiese-in-hildesheim-itzum-wasserkamp

Wenn ihr auch für den Erhalt von Drachenwiese und Wasserkamp seid, dann unterstützt uns und unterschreibt!

Vielen Dank,

eure Menschen von der Bürgerinitiative für eine lebenswerte Marienburger Höhe

 

PS: Wenn wir 1'200 Unterschriften aus Hildesheim und der Region erreichen, wird das Team von Openpetition sogar persönlich unseren Stadt- und Ortsrat kontaktieren, also helft mit und erzählt euren Freunden und Bekannten davon!

Gemeinsam können wir das schaffen!