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Die Marienburger Straße ist eine der wesentlichen Hauptrouten in der Stadt Hildesheim für den Kfz-Verkehr, worunter der gesamte Stadtteil erheblich leidet. Entweder direkt durch den Verkehr oder indirekt durch die Trennwirkung des Stadtteils in zwei Hälften.

In der Stadtverwaltung sind nur veraltete Angaben über die Kraftfahrzeugbelastung auf der Marienburger Straße bekannt, sie stammen aus dem Jahre 2009. Diese Angaben sind im Integrierten Verkehrsentwicklungsplan (IVEP) der Stadt Hildesheim aufgeführt. (S. 32 im IVEP-Endbericht). Dort wird davon ausgegangen, dass auf ihr ca. 27.000 Kraftfahrzeugen pro Tag fahren. Inzwischen wird dieses Verkehrsaufkommen spürbar höher sein, weil seit 2009 weitere Baugebiete in Itzum und den südlich gelegenen Orten erschlossen wurden. Außerdem steigt jedes Jahr die Anzahl der Studenten an der Uni Hildesheim, was zu einer weiteren spürbaren Erhöhung des Kfz-Verkehrs führt.

Vor allem die direkten Anwohner der Marienburger Straßen leiden gravierend unter diesem Kfz-Verkehr. Verkehrslärm und Abgasimmissionen führen zu wesentlichen Gesundheitsgefährdungen. Wer hier wohnt, trägt ein hohes Risiko, an den Auswirkungen des Kfz-Verkehrs zu erkranken! Mit steigendem Verkehr steigt dieses Risiko weiter an.

Zur Verkehrsentlastung wäre ein Umstieg vom Pkw-Verkehr auf das Fahrrad sehr wünschenswert. Aber insbesondere die Verkehrssituation und die Radwegeführung an der Marienburger Straße und insbesondere am Klingeltunnel sind für Fußgänger und Fahrradfahrer ein großes Hindernis. Und Richtung Innenstadt gibt es dort sogar nur eine unzumutbare legale Verkehrsverbindung für Fahrradfahrer. Viele ängstliche Fußgänger und Radfahrer fahren deshalb doch lieber mit dem Pkw durch die Marienburger Straße. Die Diskussion für eine Verbesserung dieser Situation dreht sich nun schon seit Jahrzehnten im Kreise, eine Lösung ist nicht in Sicht. Auch deshalb wird der Kfz-Verkehr weiter steigen.

Kämen nun weitere 500-600 Wohneinheiten mit auf Wasserkamp, Drachenwiese und Südfriedhof hinzu, würde der Kfz-Verkehr weiter steigen. Die Stadt geht selber davon aus, dass ca. 2.200 weitere Verkehrsbewegungen auf der Marienburger Straße zu erwarten wären. Deshalb darf der Wasserkamp auch aus Gründen der Verkehrsbelastung und des Anwohnerschutzes nicht bebaut werden!

Verkehrslärm stört nicht nur, sondern macht auch krank: Die Folgen sind Schlafstörungen, Hörschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen. Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 160 Mio. Menschen in Europa regelmäßig einem Straßenverkehrslärm von mehr als 55 dB(A) ausgesetzt. Dies ist die Grenze, ab der die Weltgesundheitsorganisation WHO von einem ernsten Risiko für die Gesundheit spricht. In Deutschland müssen laut Umweltbundesamt rund 13 Mio. Menschen bei diesem bzw. noch höheren Lärmpegeln arbeiten oder wohnen. Eine niederländische Studie hat ergeben, dass rund 240.000 Menschen in Europa als Folge zu lauten Verkehrs Herz-Kreislauferkrankungen erleiden, etwa 50.000 sterben vorzeitig. Nach der Luftverschmutzung stellt Lärm hinsichtlich der Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung die zweitgrößte Gefahr dar.

Auch für Hildesheim gibt es konkrete Werte zur Belastung durch Verkehrslärm, denn 2012 hat die Stadt Hildesheim eine Lärmkartierung für die gesamte Stadt durchgeführt (Quelle: http://hildesheim.de/staticsite/staticsite.php?menuid=2044&topmenu=3 ). Damit ist auch die Lärmbelastung für die Marienburger Straße bekannt. So waren gemäß dieser Lärmkartierung schon 2012 ca. 1.000 Personen im Bereich der Marienburger Straße tagsüber einem Lärmindex von >55 dB(A) ausgesetzt, davon ca. 300 sogar von >65 dB(A)! Nachts, wenn die Gesundheit der Anwohner noch empfindlicher auf Lärm reagiert und deshalb bereits Lärmemissionen von >45 dB(A) als Gesundheitsbelastung angesehen werden, waren ebenfalls ca. 1.000 Anwohner einem Lärmindex von >45 dB(A) ausgesetzt, davon wiederum ca. 300 von >55 dB(A).

Da seit 2012 weitere Wohngebiete in Itzum und in den südlich an Hildesheim angrenzenden Orten erschlossen wurden und sich insbesondere die Anzahl der Studierenden an der Uni Hildesheim deutlich erhöht hat, dürfte sich das Verkehrsaufkommen und damit der Verkehrslärm sowie die Anzahl Lärmbetroffener Personen noch weiter spürbar erhöht haben!

Kämen zukünftig noch 500 – 600 Wohneinheiten auf dem Wasserkamp hinzu, ist mit zusätzlichen 1.500 bis 2.000 Fahrten durch die Marienburger Straße zu rechnen! Das Leben an der Marienburger Straße würde also noch unerträglicher! Dies ist den Anwohnern nicht zuzumuten!

Der Wasserkamp deshalb auch aus Gründen des Verkehrslärms nicht bebaut werden!

Am 19.Oktober 2014 konnte man auf der Website der Hildesheimer Ratsfraktion der Grünen folgendes lesen:

Ulrich Räbiger auf  Facebook-Chronik: „Da die dunkler werdenden Tage gerne zum Anlass genommen werden, um Spekulatius und Spekulationen unter die Menschen zu bringen, hier eine kurze Stellungnahme zum HAZ Artikel von heute zum Thema Bebauung Wasserkamp: Solange es eine Mehrheitsgruppe mit grüner Beteiligung im Rat gibt wird es eine Wohn- oder Gewerbebebauung des Wasserkamps nicht geben.“

Das freut uns natürlich, dass Herr Räbiger das genauso sieht wie wir! Hoffentlich erinnert er sich auch drei Jahre später noch an sein Versprechen von 2014.

Die "Frage des Tages" hatte am 23.3.17 den Wasserkamp zum Thema.

Auch hier konnte man wieder schön sehen: Die Mehrheit der Bürger ist gegen ein Bebauung:

Quelle: http://galerie.hildesheimer-allgemeine.de/displayimage.php?album=951&pos=575

 

Wir setzen uns weiterhin für den Wasserkamp ein!

Wasserkamp und Drachenwiese grenzen direkt an ein Schutzgebiet von europäischem Rang an! Es handelt sich um das FFH-Gebiet Nr. 382 „Beuster“.

FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Bestandteile des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000") sind naturschutzrechtlich besonders streng geschützt. Teil dieses FFH-Gebiets ist das Naturschutzgebiet (NSG) „Am roten Steine“, dieses dient u.a. der Sicherung des FFH-Gebiets „Beuster“.

Bei Vorhaben, wie z.B. der Ausweisung neuer Wohngebiete, welche erhebliche Beeinträchtigungen eines FFH-Gebietes bewirken können, ist gemäß § 34 Bundesnaturschutzgesetz eine so genannte FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Diese Prüfung kann zur Unzulässigkeit des Vorhabens führen, ansonsten zu einem Ausnahmeverfahren mit so genannten kohärenzsichernden Maßnahmen (die Kohärenz des Europäischen Netzes muss gesichert werden).

Ein Neubaugebiet auf dem Wasserkamp in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet würde sich auf jeden Fall so auswirken, dass die neuen Anwohner das NSG "Am roten Steine" als Grünfläche nutzen, d.h. u.a. darin herumlaufen (auch abseits des einen zulässigen Trampelpfads) und auch Ihre Hunde dort "Gassi führen" würden. Die Exkremente von geschätzt etwa 100 Hunden und weiteren 100 Katzen (bei 500 -600 Wohneinheiten) würden auf Dauer eine erhebliche Nährstoffanreicherung bewirken und damit die geschützten FFH-Lebensraumtypen "6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien" sowie  "6510 Magere Flachlandmähwiesen" durch Eutrophierung schädigen.

In den "Vollzugshinweisen" des Landes Niedersachsen heißt es zum Schutz des Lebensraumtyps 6210: "Vorrangig sind Maßnahmen zur Abwehr bzw. Vermeidung der genannten und sonstigen möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen. Dazu gehören: Keine Aufforstung, keine Umwandlung in gedüngtes Grünland (Vermeidung von Stickstoffeinträgen), kein Rohstoffabbau und eine Begrenzung der Trittbelastung durch Freizeitaktivitäten auf den Flächen."

Die unmittelbare Nachbarschaft eines Wohngebiets auf dem Wasserkamp und des FFH- und Naturschutzgebiets sind also sehr problematisch. Wir sehen nicht, wie die Stadt das häufige Freilaufenlassen von Hunden und das Umherstreifen von Katzen und die damit verbundene Beunruhigung bzw. Beeinträchtigung des Gebiets mit den dort lebenden Tierarten faktisch verhindern könnte.

Zum Schutz des FFH-Gebiets „Beuster“ und des Naturschutzgebiets „Am roten Steine“ dürfen also Wasserkamp und Drachenwiese auf keinen Fall bebaut werden!

Hinweis: Die Schutzgebietsverordnung für das NSG "Am Roten Steine" und weitere Dokumente über das NSG können auf der folgenden Homepage https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-am-roten-steine-42438.html heruntergeladen werden.