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Wasserkamp und Drachenwiese grenzen direkt an ein Schutzgebiet von europäischem Rang an! Es handelt sich um das FFH-Gebiet Nr. 382 „Beuster“.

FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, Bestandteile des Europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000") sind naturschutzrechtlich besonders streng geschützt. Teil dieses FFH-Gebiets ist das Naturschutzgebiet (NSG) „Am roten Steine“, dieses dient u.a. der Sicherung des FFH-Gebiets „Beuster“.

Bei Vorhaben, wie z.B. der Ausweisung neuer Wohngebiete, welche erhebliche Beeinträchtigungen eines FFH-Gebietes bewirken können, ist gemäß § 34 Bundesnaturschutzgesetz eine so genannte FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Diese Prüfung kann zur Unzulässigkeit des Vorhabens führen, ansonsten zu einem Ausnahmeverfahren mit so genannten kohärenzsichernden Maßnahmen (die Kohärenz des Europäischen Netzes muss gesichert werden).

Ein Neubaugebiet auf dem Wasserkamp in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet würde sich auf jeden Fall so auswirken, dass die neuen Anwohner das NSG "Am roten Steine" als Grünfläche nutzen, d.h. u.a. darin herumlaufen (auch abseits des einen zulässigen Trampelpfads) und auch Ihre Hunde dort "Gassi führen" würden. Die Exkremente von geschätzt etwa 100 Hunden und weiteren 100 Katzen (bei 500 -600 Wohneinheiten) würden auf Dauer eine erhebliche Nährstoffanreicherung bewirken und damit die geschützten FFH-Lebensraumtypen "6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien" sowie  "6510 Magere Flachlandmähwiesen" durch Eutrophierung schädigen.

In den "Vollzugshinweisen" des Landes Niedersachsen heißt es zum Schutz des Lebensraumtyps 6210: "Vorrangig sind Maßnahmen zur Abwehr bzw. Vermeidung der genannten und sonstigen möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen. Dazu gehören: Keine Aufforstung, keine Umwandlung in gedüngtes Grünland (Vermeidung von Stickstoffeinträgen), kein Rohstoffabbau und eine Begrenzung der Trittbelastung durch Freizeitaktivitäten auf den Flächen."

Die unmittelbare Nachbarschaft eines Wohngebiets auf dem Wasserkamp und des FFH- und Naturschutzgebiets sind also sehr problematisch. Wir sehen nicht, wie die Stadt das häufige Freilaufenlassen von Hunden und das Umherstreifen von Katzen und die damit verbundene Beunruhigung bzw. Beeinträchtigung des Gebiets mit den dort lebenden Tierarten faktisch verhindern könnte.

Zum Schutz des FFH-Gebiets „Beuster“ und des Naturschutzgebiets „Am roten Steine“ dürfen also Wasserkamp und Drachenwiese auf keinen Fall bebaut werden!

Hinweis: Die Schutzgebietsverordnung für das NSG "Am Roten Steine" und weitere Dokumente über das NSG können auf der folgenden Homepage https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-am-roten-steine-42438.html heruntergeladen werden.